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Customer Satisfaction Score (CSAT)

Januar 2025 4 Min. Lesezeit
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Customer Satisfaction Score (CSAT)

Januar 2025 4 Min.
Aydin Nasseri
Aydin NasseriGeschäftsführer, Cogitaris GmbH

Die Kennzahl Customer Satisfaction Score (CSAT) wird in Prozent angegeben und misst, wie zufrieden Kunden mit einem bestimmten Produkt, Service oder Kontaktpunkt sind. Als eine der etabliertesten Metriken der Marktforschung heute basiert sie in der Regel auf einer einfachen Frage wie: „Wie zufrieden sind Sie mit [Produkt/Service/Interaktion]?“

Die Antwort erfolgt meist auf einer Skala von 1 bis 5 oder 1 bis 10, wobei die höchste Zahl die größte Zufriedenheit ausdrückt. Alternativ werden auch visuelle Skalen eingesetzt – etwa Smileys, Sterne oder Icons – um die Bewertung intuitiver zu gestalten. Der CSAT-Wert wird anschließend als Anteil positiver Bewertungen (z. B. 4 und 5 auf einer 5er-Skala) an allen abgegebenen Antworten berechnet und in Prozent angegeben.

Was ist der Customer Satisfaction Score?

Der Customer Satisfaction Score ist eine der ältesten und am weitesten verbreiteten Methoden zur Messung von Kundenzufriedenheit. Er ermöglicht es Unternehmen, die Zufriedenheit mit einem konkreten Produkt, einem bestimmten Service oder einer einzelnen Interaktion auf einfache Weise zu quantifizieren.

Im Gegensatz zu anderen Kennzahlen wie dem Net Promoter Score (NPS), der die langfristige Weiterempfehlungsbereitschaft misst, fokussiert sich der CSAT auf einzelne Erlebnisse entlang der Customer Journey. Das macht ihn besonders wertvoll für die operative Qualitätssteuerung: Unternehmen können gezielt messen, wie zufrieden Kunden mit einem bestimmten Touchpoint sind, und direkt daraus Maßnahmen ableiten.

Der CSAT beantwortet eine zentrale Frage: „Wie zufrieden ist der Kunde genau jetzt, mit genau dieser Interaktion?“ – und liefert damit unmittelbar handlungsrelevante Erkenntnisse.

Berechnung des CSAT – ein Beispiel

Um einzelne Kauferlebnisse zu bewerten, schickt ein Unternehmen 18 Stunden nach Ankunft der Produkte eine E-Mail zur kurzen Bewertung des Kauferlebnisses. Die Kunden haben die Möglichkeit, die Zufriedenheit mit dem gesamten Kaufprozess auf einer Skala von 1 bis 5 zu bewerten.

Bei der Berechnung des Customer Satisfaction Score werden ausschließlich die Bewertungen 4 und 5 berücksichtigt. Die Anzahl der Teilnehmenden, die mit 4 bewertet haben, wird mit der Anzahl der Teilnehmenden, die mit 5 bewertet haben, addiert und anschließend der prozentuale Anteil im Verhältnis zur gesamten Teilnehmeranzahl berechnet.

CSAT-Berechnung

Beispiel: Zufriedenheit mit dem Kauferlebnis

10
1
15
2
55
3
25
4
10
5
CSAT=35 (4er + 5er)/115 (gesamt)× 100=30.4%

In diesem Beispiel ergibt sich bei 115 Teilnehmern ein CSAT von 30,43 % zufriedener Kunden. Das bedeutet: Knapp ein Drittel der Befragten hat das Kauferlebnis als gut oder sehr gut bewertet – ein Wert, der deutliches Verbesserungspotenzial signalisiert und gezielte Maßnahmen erfordert.

Vor- und Nachteile des Customer Satisfaction Score

Der CSAT bietet eine einfache und kompakte Kennzahl, die für Teilnehmer*innen leicht zu beantworten ist. Eine durchdachte Fragebogengestaltung ist dabei entscheidend. Außerdem kann die Frage einfach an verschiedene Touchpoints und Kontexte angepasst werden – von der Produktbewertung über den Kundenservice bis hin zum Onboarding-Prozess.

Gleichzeitig hat der CSAT auch Limitationen: Er ist eine deutlich unbekanntere Kennzahl als beispielsweise der NPS, sodass ein Vergleich mit Wettbewerbern oftmals nicht möglich ist. Zudem werden ausschließlich gute Bewertungen betrachtet, was zu eingeschränkten Handlungsmöglichkeiten führt, da die Gründe für Unzufriedenheit nicht direkt sichtbar werden.

Vorteile
  • Einfache, kompakte Kennzahl
  • Leicht verständlich für Teilnehmer
  • Flexibel an Touchpoints anpassbar
  • Schnelle Erfassung möglich
  • Visuelle Skalen einsetzbar (Smileys, Sterne)
Nachteile
  • Weniger bekannt als NPS
  • Branchenvergleich oft schwierig
  • Nur positive Bewertungen zählen
  • Eingeschränkte Handlungsableitung
  • Keine Loyalitätsaussage möglich

Sie möchten wissen, ob der CSAT die richtige Kennzahl für Ihr Unternehmen ist? Wir beraten Sie gerne.

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Entstehung und Entwicklung des CSAT

Der Customer Satisfaction Score gehört zu den ältesten und am weitesten verbreiteten Methoden zur Messung von Kundenzufriedenheit. Laut dem Gabler Wirtschaftslexikon reichen seine Wurzeln bis in die 1970er-Jahre zurück, als Unternehmen begannen, systematisch Feedback von Kunden einzuholen – zunächst in Papierform, später telefonisch oder per Post. Ziel war es, konkrete Rückmeldungen zu einzelnen Produkten oder Serviceleistungen zu erhalten, um Qualitätsmängel oder Prozessprobleme frühzeitig zu erkennen.

Mit dem Aufkommen digitaler Touchpoints – etwa E-Commerce, Kundenportale oder E-Mail-Kommunikation – gewann der Kennwert weiter an Bedeutung. Die Möglichkeit, Bewertungen unmittelbar nach einer Transaktion oder Interaktion abzufragen, machte den Score zu einem zentralen Instrument im operativen Qualitätsmanagement.

In den 2000er-Jahren wurde der CSAT zunehmend standardisiert und mit einfachen Skalen – oft 1 bis 5 oder Smileys – versehen, um die Teilnahmehürde gering zu halten.

Entwicklung

Die Evolution des Customer Satisfaction Score

1970er

Erste systematische Kundenbefragungen

Papierformulare & Post

1990er

Telefon- und Postumfragen

Erste digitale Standardisierung

2000er

Online & Skalenstandards

1-5 Skalen, Smileys, Sterne

Heute

Echtzeit-Touchpoint-Messung

In CX-Programmen integriert

Heute wird der Customer Satisfaction Score weltweit in unterschiedlichsten Branchen eingesetzt – von Einzelhandel über Telekommunikation bis hin zum B2B-SaaS-Umfeld. Er ist besonders beliebt, wenn es darum geht, einzelne Erlebnisse entlang der Customer Journey zu messen und direkt daraus Maßnahmen abzuleiten. Trotz neuerer Methoden wie dem Net Promoter Score® oder dem Customer Effort Score (CES) bleibt der CSAT wegen seiner Einfachheit und unmittelbaren Aussagekraft ein fester Bestandteil im Repertoire moderner Customer Experience Programme.

Welche Methoden zur Messung der Kundenzufriedenheit gibt es?

Neben dem Customer Satisfaction Score gibt es weitere Methoden und Ansätze, die zur Messung der Kundenzufriedenheit eingesetzt werden können. Jede Methode hat dabei ihren eigenen Fokus und eignet sich für unterschiedliche Fragestellungen:

Die Wahl der richtigen Methode hängt vom konkreten Erkenntnisziel ab: Während der CSAT einzelne Touchpoints bewertet, liefern NPS und CES komplementaire Perspektiven auf Loyalität und Prozessqualität.

Wie Cogitaris den CSAT einsetzt

Cogitaris nutzt den Customer Satisfaction Score gezielt, um konkrete Erlebnisse entlang der Customer Journey messbar zu machen – etwa nach Supportanfragen, Produktschulungen oder dem Onboarding neuer Kunden. Durch die gezielte Kombination aus Bewertung und optionalem Freitext wird die Messung zur echten Lernschleife für Service-Exzellenz.

Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Segmentierung der Ergebnisse: Nicht nur der Gesamtwert zählt, sondern auch die Unterschiede nach Zielgruppen, Kanälen und Services. Die automatisierte Textanalyse offener Antworten hilft, konkrete Verbesserungsfelder zu identifizieren – sei es im Prozess, in der Kommunikation oder im Zusammenspiel von Mensch und Technologie.

Cogitaris-Ansatz

Wie Cogitaris den CSAT einsetzt

01Gezielte Messung an konkreten Touchpoints der Customer Journey
02Kombination aus Bewertung und optionalem Freitext
03Segmentierung nach Zielgruppen, Kanälen und Services
04Automatisierte Analyse offener Antworten
05Ergänzung zum NPS für einzelne Touchpoint-Bewertungen
06Flexible Einbindung in digitale Dashboards

Für Kunden von Cogitaris wird der CSAT zudem häufig als Ergänzung zum Net Promoter Score® eingesetzt – etwa zur Bewertung einzelner Touchpoints, die nicht direkt mit der langfristigen Kundenloyalität zusammenhängen, aber dennoch entscheidend für die Wahrnehmung der Marke sind. Dank der flexiblen Einbindung in digitale Dashboards können Teams direkt auf CSAT-Ergebnisse reagieren und Verbesserungen gezielt umsetzen.

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