
- 01Was genau bedeutet New Work?
- 02Vorteile für Unternehmen und Mitarbeitende
- 03Herausforderungen und mögliche Nachteile
- 04Mitarbeitende aktiv begleiten
- 05Der Einfluss der Corona-Pandemie
- 06Work-Life-Balance vs. Work-Life-Blending
- 07Auswirkungen auf Recruiting
- 08Wie entwickelt sich die Arbeitswelt?
- 09New Work bei Cogitaris – gelebte Praxis
Bei Cogitaris ist New Work kein Trendwort, sondern gelebte Kultur. Wie sich das Thema bei uns etabliert hat und vor welchen Herausforderungen Unternehmen bei der Umsetzung neuer Arbeitsmodelle stehen, erklärt unsere HR-Expertin Angelina im Interview.
New Work ist in aller Munde – doch was steckt wirklich dahinter? Ist es ein kurzlebiger Managementtrend oder eine fundamentale Veränderung der Arbeitswelt? Dieser Artikel gibt Antworten auf die drängendsten Fragen rund um neue Arbeitsmodelle, deren Chancen und Risiken sowie die praktische Umsetzung.
Was New Work in seiner ursprünglichen Idee ausmacht
Was genau bedeutet New Work?
Das Interessante an New Work ist, dass es eigentlich nichts Neues ist. Bereits in den 1980er-Jahren hat der Philosoph und Soziologe Frithjof Bergmann sich aktiv mit der Arbeitswelt der Zukunft auseinandergesetzt und gilt als einer der Begründer des New-Work-Gedankens.
Er beschäftigte sich vor allem damit, wie die Arbeitswelt gestaltet werden kann, damit Arbeit mehr Erfüllung, Freiheit und Gestaltungsspielraum bereitet. New Work und die damit verbundenen Möglichkeiten sind insbesondere wegen der rasanten Entwicklung von Digitalisierung und Globalisierung zu einem absoluten Trend geworden.
„Wir müssen uns jetzt damit beschäftigen, wie sich unsere gesamte Arbeitswelt durch die Nutzung von KI und der Einführung neuer Technologien weiterentwickelt.“
New Work verfolgt dabei die Werte, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich frei entfalten können. Hierzu gehören neben der Teilhabe an einer Gemeinschaft auch die selbstständige und selbstbestimmte Arbeit. Im Kern geht es darum, dass Mitarbeitende eine selbst gewählte Tätigkeit ausüben, die einerseits den Bedürfnissen entspricht und andererseits die Stärken jedes Einzelnen fördert. Dabei ist es vor allem wichtig, im passenden Umfeld zu arbeiten.
Vorteile für Unternehmen und Mitarbeitende
New Work schafft Mehrwert auf beiden Seiten – für Mitarbeitende und Unternehmen gleichermaßen. Die Vorteile sind konkret und messbar:
Was Mitarbeitende gewinnen
- Mehr Gestaltungsspielraum für die Weiterentwicklung der eigenen Stelle und die persönliche Karriere.
- Mehr Kreativität und Eigenverantwortung in Arbeitsprozessen – Ideen werden gehört und umgesetzt.
- Mehr Selbstständigkeit bei der Gestaltung von Arbeitszeit und -ort.
- Sinnhaftigkeit und Purpose – die Arbeit wird als Teil des eigenen Lebens und nicht als reißes „Muss“ erlebt.
Was Unternehmen gewinnen
Auch Unternehmen profitieren von mehr Gestaltungsspielräumen und zunehmenden Partizipationsmöglichkeiten: Diese stärken die Zufriedenheit der Mitarbeitenden, sodass diese motivierter und leistungsbereiter agieren.
- Die höhere Zufriedenheit führt zu einer emotionalen Bindung, die das Thema Personalfluktuation positiv beeinflusst.
- Die kritische Hinterfragung von Hierarchieebenen führt zu beschleunigter Innovationskraft.
- Ein Klima, in dem Vertrauen und Partizipation gelebt wird, erhöht die Attraktivität als Arbeitgeber – besonders relevant im Kontext des Fachkräftemangels.
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Kostenfreie ErstberatungHerausforderungen und mögliche Nachteile
New Work ist ein Change-Prozess, der mehr benötigt als die reine Akzeptanz. Das Wichtigste ist, Veränderungen klar und transparent zu kommunizieren und nicht davon auszugehen, dass es für alle schon passen wird.
- Mehr Gestaltungsspielraum & Kreativität
- Höhere Eigenverantwortung der Mitarbeitenden
- Stärkere emotionale Mitarbeiterbindung
- Geringere Personalfluktuation
- Beschleunigte Innovationskraft
- Attraktivität als Arbeitgeber steigt
- Veränderungen werden nicht von allen akzeptiert
- Hohe Anforderungen an Selbstständigkeit
- Komplexere Koordination ohne Hierarchie
- Kulturelle Passung muss sichergestellt werden
- Kommunikationsaufwand erhöht sich
- Change-Prozess erfordert Zeit & Ressourcen
Mitarbeitende sollten ein Teil der Veränderung sein und diese aktiv mitgestalten – und vor allem den Sinn und Zweck einer Veränderung verstehen. Auch sollte bei Veränderungen die Unternehmenskultur eine wichtige Rolle spielen. Umgesetzte Maßnahmen müssen zur Unternehmensphilosophie passen, und es muss ein Verständnis auf Seiten der Mitarbeitenden geschaffen werden.
Wir sollten uns immer erst einmal fragen, was das Ziel einer Veränderung ist und ob das Ziel tatsächlich zu uns passt. Eine Möglichkeit, diesen Prozess aktiv zu begleiten, ist ein Mitarbeiterzufriedenheitstracking – der aktuelle Ist-Zustand wird erfasst und während der Veränderung wird regelmäßig nach dem aktuellen Stand der Zufriedenheit gefragt.
Auf Seiten der Mitarbeitenden können durch New Work ebenfalls Nachteile entstehen. Zukünftig wird von Mitarbeitenden eine gewisse Selbstständigkeit und ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein vorausgesetzt. Die gesamte Arbeit selbstständig zu koordinieren und gute Ergebnisse zu erzielen, auch ohne übergeordnete Entscheidungsträger, fordert Mitarbeitende heraus. Hilfreich sind hier offene und transparente Mitarbeitergespräche.
Mitarbeitende aktiv im Wandel begleiten
Die Aufgabe von Unternehmen und dem Personalbereich ist während eines Veränderungsprozesses immens wichtig. Es geht darum, hinzuschauen und gemeinsam immer wieder neu zu reflektieren sowie zukünftige Ziele und Pläne auszuarbeiten.
Mitarbeitergespräche als zentrales Instrument
Ein Mitarbeitergespräch gibt einen Überblick über die aktuelle Zufriedenheit, die jeweilige Veränderungsbereitschaft sowie die Möglichkeit, Motivationskurven aufzufangen. Ein wertschätzender Umgang, bei dem die Meinung eines anderen gehört und akzeptiert wird, ist insbesondere beim Thema New Work wichtig.
- Reguläre Pulsbefragungen ermöglichen es, die Stimmungslage kontinuierlich zu messen und frühzeitig auf Probleme zu reagieren.
- Coachings und Trainings helfen dabei, eigene Belastungsgrenzen zu definieren und Kommunikation sowie Selbstständigkeit zu fördern.
- Gemeinsame Werteentwicklung – wenn eigene Werte mit den Unternehmenswerten übereinstimmen, entsteht Zugehorigkeitsgefühl und Verbundenheit.
Aus unserer Sicht werden zukünftig insbesondere die Förderung der Persönlichkeitsentwicklung sowie das Etablieren resilienter Verhaltensstrukturen an Bedeutung gewinnen.
Der Einfluss der Corona-Pandemie auf New Work
Das Thema Digitalisierung und auch Globalisierung wurde durch die Corona-Pandemie wahnsinnig stark beeinflusst und vorangetrieben. Wenn man sich vorstellt, dass Kommunikationstools wie Microsoft Teams noch vor einigen Jahren selten oder überhaupt nicht genutzt wurden, sind diese Tools heute nicht mehr wegzudenken.
Es musste schnell und innovativ gehandelt werden, was zu einem enormen Digitalisierungsschub geführt hat. Das hat unsere Zusammenarbeit und auch unsere Arbeitswelt inzwischen stark geprägt. Durch die neue Art der Zusammenarbeit – digitale Vernetzung, digitalisierte Arbeitsabläufe, hybride Arbeitsmodelle – entsteht nun vermehrt die Möglichkeit, New Work Konzepte zu entwickeln und alte Strukturen zu überdenken und anzupassen.
Die Pandemie hat in wenigen Monaten erzwungen, was viele Unternehmen jahrelang hinausgezögert hatten: den Übergang zu digitaler, flexibler und selbstbestimmter Arbeit. Jetzt geht es darum, diese Veränderungen nachhaltig zu verankern.
Work-Life-Balance vs. Work-Life-Blending
Während Work-Life-Balance das Ausbalancieren zwischen Beruf und Privatleben fokussiert, soll durch Work-Life-Blending ein fließender Übergang zwischen Beruf und Privatleben geschaffen werden.
Zwei Ansätze zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben
Klare Trennung zwischen Beruf und Privatleben
- Starre Grenzen zwischen Arbeit & Freizeit
- Feste Arbeitszeiten als Schutz
- Fokus auf Ausgleich & Erholung
- Klare Hierarchien bleiben
Fließender Übergang – Arbeit als Teil des Lebens
- Flexible Zeitgestaltung nach Bedürfnissen
- Hybride Modelle & ortsunabhängig
- Arbeit als erfüllender Lebensbestandteil
- Selbstverantwortung statt Kontrolle
Der fließende Übergang bildet mehr die Realität ab. Es ist schwierig, Privat- und Berufsleben strikt zu trennen, da wir einen großen Teil unserer Lebenszeit auf der Arbeit verbringen und der Job auch zu unserem Leben gehört. Beim Blending geht es nicht um eine konkrete Trennung, sondern eher um einen harmonischen Einklang und eine bewusste Haltung.
Den Job als ewiges „Muss“ anzusehen, kann nachhaltig dem eigenen Wohlbefinden schaden. Viel wichtiger ist es, Arbeitszeiten selbst zu gestalten und die Arbeit als sinnvollen Bestandteil des eigenen Lebens zu erleben.
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Kostenfreie ErstberatungAuswirkungen von New Work auf das Recruiting
Der klassische Bewerbungsprozess, wie wir ihn kennen, hat keine Bestandigkeit mehr, da er viel zu viel Aufwand darstellt und der Fachkräftemangel keine langen Auswahlverfahren mehr zulässt.
Daher bedarf es einer kritischen Auseinandersetzung mit klassischen Bewerbungsprozessen, in denen Lebenslauf, Anschreiben und Zeugnisse gefordert werden. Der Fokus wird künftig noch stärker auf dem persönlichen Mindset liegen, welches man nur im persönlichen Kontakt feststellen kann.
- Social-Media-Kanäle wie LinkedIn und Xing werden noch attraktiver für die Bewerbersuche und Unternehmenssuche.
- Recruiting wird visueller – Videos und Bilder vermitteln das Arbeitsklima authentischer als Stellenausschreibungen.
- Weniger Bürokratie: Formale Anforderungen weichen persönlichen Ansprachen über Social Media.
- Mit dem richtigen Mindset können fehlende Qualifikationen aufgearbeitet werden – Potenzial zählt mehr als Zertifikate.
Wie entwickelt sich die Arbeitswelt in Zukunft?
Die Arbeitswelt entwickelt sich dahingehend, dass die Arbeit zunehmend als lebendiger und erfüllender Lebensbestandteil angesehen wird und nicht mehr als reißes „Muss“ betrachtet wird.
Schon jetzt ist dies an den diskutierten Themen rund um People & Culture erkennbar, und wir sehen verschiedenste Konzepte, um New-Work-Aspekte in Unternehmen einfließen zu lassen. Neben den wirtschaftlichen Erfolgszielen werden somit auch zunehmend die kulturellen und sozialen Aspekte im Unternehmen fokussiert, damit Gestaltungsspielräume, Partizipationsmöglichkeiten und Zugehörigkeitsempfindungen gestärkt werden.
Unternehmen, die New Work nur als Marketing-Versprechen nutzen, aber nicht leben, werden im Wettbewerb um Talente zunehmend das Nachsehen haben. Authentizität wird zum entscheidenden Differenzierungsmerkmal.
New Work bei Cogitaris – gelebte Praxis
Wir haben uns gezielt mit den Bedürfnissen der Mitarbeitenden und unserer Unternehmenskultur auseinandergesetzt und in den letzten Jahren einiges verändert. Unter Berücksichtigung des Arbeitszeitgesetzes haben unsere Mitarbeitenden absolute Flexibilität hinsichtlich ihrer Arbeitszeit.
Zusätzlich geben wir unseren Mitarbeitenden die Möglichkeit, innovativ und selbstbestimmt die eigene Tätigkeit voranzutreiben und zu gestalten. Unsere Unternehmenskultur ist geprägt von:
- Persönlicher und fachlicher Weiterentwicklung jedes Einzelnen als gelebter Anspruch.
- Coachings und Teambuilding-Maßnahmen zur gemeinschaftlichen Entwicklung.
- Einer familiären Atmosphäre, in der jeder gerne zur Arbeit kommt.
- Gemeinsam definierten Werten – ein gemeinsames Seminar hat uns dabei unterstützt, unsere Werte zu verinnerlichen.
Unser Anspruch ist es, dass jeder gerne zur Arbeit kommt und das, was er macht, auch gerne tut. Der wichtigste Punkt ist, die Mitarbeitenden mit auf die Reise zu nehmen und gezielt nach ihren Bedürfnissen zu fragen. Wenn eigene Werte mit den Werten des Unternehmens und der Kolleginnen und Kollegen übereinstimmen, fühlt man sich automatisch zugehöriger und verbundener.
Sechs Schritte zur erfolgreichen New-Work-Einführung
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